Nach dem bitteren 2:3 gegen die Young Violets blicken wir nicht nur einen Tag, sondern auch zweieinhalb Jahre zurück. Denn auch in der Oberliga gab es schon mal eine Unserie.

18. März 2017: Der GAK startet mit einem souveränen 3:0-Heimsieg gegen Strass in die Rückrunde der Oberligasaison 2016/17. Was dann folgte, kam unerwartet, erzeugte viele Emotionen, und führte zu Verunsicherung. Womit wir den Sprung in die Gegenwart geschafft hätten. 

Damals folgte dem tollen Auftakt des von allen Experten, und natürlich auch den eigenen Fans, zum alleinigen Titelkandidaten ernannten GAK, eine Niederlage (daheim gegen Gratkorn) und drei Unentschieden (daheim gegen Köflach, auswärts gegen Rein und Gralla). Der GAK war in der Krise. Und diese Krise war in Wahrheit viel größer als das, was wir jetzt gerade erleben. Denn unsere Roten hatten ein Team, das definitiv weit über alle anderen Teams der Liga zu stellen war. Jetzt sind wir ein Team unter vielen, haben weniger Budget als so mancher Gegner, können nicht wie die Young Violets gestern auf Spieler zurückgreifen, die eigentlich in der Bundesliga spielen.

Und es fehlt uns fast eine halbe Mannschaft (Wendler, Elsneg, Perchtold, Hackinger), es fehlen genau jene Spieler, die Verantwortung übernehmen, die einer verunsicherten Mannschaft Selbsvertrauen einimpfen können. Von außen kann man da nur schwer eingreifen. So war es auch am 17. April 2017: Der verunsicherte GAK reiste zum Steirer-Cup-Match nach Straden. Ein Gegner, der eine Liga unter uns spielte - und nicht nur deswegen klar schlechter einzustufen war. 

Und auch dieses Match schien die Unserie des GAK zu prolongieren. Bis zur 89. Minute. Da traf Ali Ivanescu zum 3:3, rettete uns in die Verlängerung, in der dann Marco Heil und Amir Ajan den 5:3-Sieg fixierten. Eine Moralinjektion, die Heilung brachte. Danach gab es in acht Runden fünf Siege, zwei Remis und nur eine Niederlage - und den Meistertitel.

Das braucht es jetzt - ein Straden-Erlebnis. Denn für jeden offensichtlich war auch gestern wieder, dass das Bemühen da ist, der Wille vorhanden, der Kopf aber dennoch Probleme macht. So etwas ist schwer lösbar, wohl auch nicht durch taktische oder personelle Umstellungen. 

An der Unterstützung der Fans wird es auch in Zukunft nicht mangeln. Mehr als 2.300 kamen trotz der Niederlagen nach Liebenau - 600 mehr als die Admira fast zeitgleich gegen Wattens hatte. Und das, was da in der Kurve wieder mal abging, war einmal mehr bemerkenswert. Da wurde bis zum Schlusspfiff Vollgas gegeben, wurden das Team bis zur Erschöpfung angetrieben. Das Straden-Erlebnis, das war für diese Kurve der Neustart 2013. Weit mehr als 100 Pflichtspiele später kann man sagen: Kurvenseitig haben wir kein einziges Match verloren. Auch in Kapfenberg, wo wir nach der Länderspielpause kicken (So., 20. 10., 10.30 Uhr) werden die Jungs und Mädels aus der Kurve wieder da sein. Sie werden laut sein. Sie werden alles geben. Und sich vielleicht über ein Straden-Erlebnis freuen können.

Denn was für die Kurve gilt, gilt auch fürs Team. Wir geben nicht so schnell auf. Nicht nach unserer Geschichte. Und ganz egal, wie es gerade läuft: Es schwingt noch immer eine gehörige Portion Stolz mit, wenn wir es ganz laut rufen:

WE ARE GAK!