Die Begegnungen zwischen den Roten aus Graz und den Innsbruckern sind legendär. Das Dramatische daran sind aber nicht nur die beinharten Duelle auf dem Spielfeld, sondern auch die Vereinsgeschichte, die in beiden Fällen einer Achterbahnfahrt gleicht. 


Das Jahr 1902 und die Farben Rot und Weiß, das sind Konstanten, die die GAK-Familie bis heute zusammenschweißen. Die Anhänger von Wacker haben es da weit schwerer, der Verein wechselte nicht nur des Öfteren den Namen, sondern sogar die Klubfarben. Selbst über das Gründungsjahr gibt es in Innsbruck einige Unklarheiten. Manche Quellen sprechen von 1913, andere von 1914. Laut der Website von Wacker wurde der Klub erst Anfang 1915 im Vereinsregister eingetragen. Fusionen verhinderten in Innsbruck im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mehrmals das komplette Aus. 1971 kam es etwa zum Zusammenschluss mit Wattens. Die entsprechende Namensgebung war rekordverdächtig: „Spielgemeinschaft Swarovski Wacker Innsbruck - Spielgemeinschaft FC Wacker Innsbruck - Werksportgemeinschaft Wattens". Kurz gesagt: Wacker hat ebenso wie der GAK alle Höhen und Tiefen des heimischen Fußballs erlebt. Aktuell ist die Stimmung auf Seiten der Fans wieder getrübt. „Zur Zeit gibt es viele Leute, die unseren Verein am liebsten tot sehen würden“, war kürzlich auf Facebook zu lesen.

 

Endlich wieder am Tivoli

Der GAK in Innsbruck, da werden viele Erinnerungen wach. So spielten die Athletiker im Herbst 2004 als erstes Team in der Bundesliga gegen Wacker Tirol, einen Verein, der gerade den Crash des FC Tirol überstanden hatte. Zwei Saisonen später profitierten die Innsbrucker von der Bruchlandung unseres Klubs und schafften den Klassenerhalt nur wegen eines spektakulären Punkteabzugs, den der GAK hinnehmen musste. Lieber denkt man da wohl an den Supercup 1999/2000, den die Grazer gegen den damaligen FC Tirol Milch Innsbruck gewinnen konnten. 

Viele Fans werden sich vor allem an die oft knappen und voller Kampfkraft geführten Duelle erinnern. Schön anzusehen war das nicht immer, spannend aber jedes Mal. Die alte Rivalität bekommt am kommenden Samstag, dem 14. September endlich wieder neue Nahrung. In Innsbruck freut man sich offensichtlich schon sehr auf das Wiedersehen, die Fangruppierung Tivoli Nord hat aus diesem Anlass einen „Wackermarsch“ organisiert, wie sie im Internet bekannt gab.

Die Vorzeichen stehen nicht schlecht für den GAK. Während die Roten stark in die neue Saison gestartet sind, hat Wacker zwar die Heimspiele gewonnen, auswärts aber stets verloren. Derzeit liegen die Innsbrucker auf Platz 9 in der Tabelle und haben ein negatives Torverhältnis aufzuweisen. Das jüngste Testspiel gegen den deutschen Drittligisten 1860 München ging am vergangenen Freitag mit 1:5 verloren.

GAK Team Manager Fabio Schaupp ist vorsichtig optimistisch: „Unser Testspiel gegen Gösting kann man natürlich nicht als Vergleich heranziehen. Die Mannschaft von Wacker ist gut und kennt die Liga, für uns ist es erst das siebente Spiel. Die Teams liegen qualitativ heuer sehr eng bei einander. Ein paar Prozent mehr oder weniger machen den Unterschied im Match aus. Wir brauchen uns sicher nicht zu verstecken, aber es wird eine schwierige Partie.“ 

Einer brennt bestimmt besonders darauf: Alexander Kogler spielte fünf Jahre im Nachwuchs von Wacker und war auch in der vergangenen Saison in Innsbruck beschäftigt. Spannend wird auch die Frage, wer von den Neuen bereits spielen darf. Bei Innsbruck sind Vasil Kusej von Dynamo Dresden geholt worden und Torhüter David Stemmer aus Zypern. Ob der junge Brasilianer Richard Willian de Souza Valerio bereits für den GAK antreten wird, wollen wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Es könnte ja sein, dass auch jemand aus Innsbruck hier mitliest. 

Wer die Roten unterstützen will, macht sich auf den Weg nach Innsbruck. Und am Ende wollen wir hoffen, dass die Schlagzeilen am Sonntag lauten: „GAK: Wacker geschlagen“.


W. Kühnelt

Foto (c) GEPA Pictures