GAK 1902 Aktuelles
News / Claudia Wasserbauer / Dienstag 21.04.2020

Johannes Strommer: Vom Sektor 25 zum Hauptsponsor der Amateure

Johannes Strommer ist Unternehmer, Familienvater, Musiker – und GAK-Fan. Warum er mit seinem Unternehmen vor allem unsere Amateure unterstützt und wen er beim GAK schätzt, erzählt er im ausführlichen Interview.

Warum wird man Hauptsponsor eines Fußballteams – noch dazu in der steirischen Gebietsliga? Für Johannes Strommer gar nicht so einfach zu beantworten. Und eigentlich doch, geht die Liebe des Unternehmers aus Söding-Sankt Johann (Bezirk Voitsberg) für seine Roten immerhin weit zurück. Teil davon ist sein Betrieb Strommer Sanitär & Heizung, der seit dieser Saison Hauptsponsor unserer GAK Amateure ist. Das Team Strommer steht seit Jahren für Qualität und Service rund um Gas-, Wasser-, Heizung-, Sanitär- und Gebäudetechnik. Über 20 hochqualifizierte Mitarbeiter liefern saubere, fachmännische Arbeit und die gute, alte Handschlagqualität. All das ist in Zeiten auch gar nicht so einfach. Und dennoch: Johannes Strommer beklagt sich nicht, er unterstützt weiter seinen Herzensverein. Und denkt an die Zukunft des GAK, wie er uns im Interview verrät.

Bevor wir uns mit Fußball und dem GAK beschäftigen die wichtigste Frage zuerst: Wie geht´s dir und deiner Familie? 
Danke, ganz gut. Die Familie ist gesund. MeinZwillinge sind erst elf Monate alt und bekommen noch nicht so viel davon mit. Bei meiner Tochter Johanna ist das schon anders. Sie ist acht Jahre alt und bekommt das natürlich voll mitDie Familie nimmt im Moment sehr viel Zeit in Anspruch, da Opa und Oma derzeit ausfallen. Im Moment spielt sich alles zu Hause ab.

Kannst du dich den GAK-Fans kurz vorstellen? 
Ich bin 38 Jahre alt, verheiratet und habe drei Kinder. Die Musik ist mein größtes Hobby, welches auch sehr viel Zeit beansprucht. Ich spiele Trompete und Flügelhorn, natürlich auch in einer Musikkapelle. Meine Firma, dann noch der GAK und der Tag ist damit schon „gelaufen“ (lacht).

Wann wurde deine Firma gegründet? 
Ich habe Installateur gelernt und dachte mir nach ein paar Jahren: “Das, was die anderen können, kannst du auch. Meinen Betrieb habe ich 2005 als Ein-Personen-Unternehmen gegründet. Meine Frau war von Anfang an dabei. Wir haben das Unternehmen gemeinsam aufgebaut und die ersten Mitarbeiter schon nach ca. zwei Jahren eingestellt. Momentan halten wir bei 25 Mitarbeitern und machen eigentlich alles. Bad (Sanierung und Neubau), Heizungs- und Sanitärtechnik, Solar- und Photovoltaikanlagen etc.  also alles, was Mann/Frau so braucht.

Wie hast du dich mit den Einschränkungen auf Grund der Corona-Krise arrangiert? 
Seit Mitte März sind meine Mitarbeiter auf Kurzarbeit. Alle Aufträge haben wir von unserer Seite aus storniert, da ja keiner wirklich wusste wie es weitergeht. Jetzt fahren wir unseren Betrieb schön langsam wieder hoch und hoffen, bald wieder in der Normalität angelangt zu sein.

Was hat deine Liebe zum Sport, insbesondere zum Fußball, geweckt? 
Der Fußball war schon immer meine große Liebe. Ich habe als Jugendlicher beim UFC Söding bis zur U16 gespielt. Wegen der vielen Hobbies musste ich das dann lassen. Die Musik, bei der Feuerwehr war ich auch, all das hat einfach zu viel Zeit in Anspruch genommen. Ganz habe ich den Fußball aber nicht sein lassen können und habe noch bei einem Stammtischverein gespielt.

Was hat den Ausschlag gegeben, dass du GAK-Fan geworden bist? 
Als Teenager bin ich fußballerischen Verwirrungen erlegen und habe mich dann doch noch zur richtigen Farbe bekannt (lacht). Wir hatten damals am Land auch nicht die optimalen Verkehrsbedingungen, um jede Woche ins Stadion zu fahren und in meinem Umkreis gab es doch viele andersdenkende Freunde und Bekannte.

Uns wurde die Zahl 25 geflüstert. Was hat es damit auf sich? 
Ich bin erst 1998/99 zum GAK ins Stadion gekommen. Bis 2004 hatte ich immer eine Saisonkarte im Sektor 25 (damals der Fansektor in Liebenau, Anm.). Nach meiner Firmengründung 2005 konnte ich aus Zeitmangel leider nur mehr sporadisch ins Stadion gehen. Die Meisterschule war auch immer genau am Freitag und Samstag. Das war schon extrem.

Kannst du dich an das erste GAK-Spiel erinnern, dass du besucht hast? 
Nicht genau, aber ein paar Spiele sind doch in Erinnerung geblieben. Highlights waren ganz klar die Derbys. Da sind wir mit Sturm-Fans vom Hohenburgerhof in St. Johann gemeinsam mit einem Bus nach Liebenau gefahren. Das war schon speziell. Ich erinnere mich auch gerne an einen 5:0-Derbysieg. Dann kann ich mich noch an ein Spiel im Horr-Stadion erinnern, das wir 1:3 gewonnen haben und dass wir mit Steinen verabschiedet wurden. Da habe ich echt Angst bekommen. 
In neuerer Zeit ist mir das Heimspiel in der Landesliga gegen den ASK Voitsberg besonders in Erinnerung geblieben. Gerade auch deshalb, weil ich aus der Gegend komme und daher naturgemäß viele Voitsberger kenne. Der Siegtreffer zum 2:1 in der Nachspielzeit war sicher der Schlüssel zum Aufstieg in die Regionalliga.

Wenn du dich zurückerinnerst – wer waren oder sind deine GAK-Lieblingsspieler? 
Željko Vuković fällt mir sofort ein, der in der Abwehr viel Ruhe ausgestrahlt hat. Dann Aleš Čeh, weil er am Platz ein richtiges Arbeitstier war und dann noch Edi Glieder. Aus neuerer Zeit Gerald Säumel, weil er von Anfang an dabei war. Dann Marco Perchtold, der einfach eine Vorbildfunktion hat. Patrick Haider sowieso, Lukas Graf, Marco Heil, Dominik Hackinger  alle kann ich gar nicht aufzählen. Hoffentlich bleibt uns Filip Smoljan noch lange erhalten, denn in ihm sehe ich viel Potenzial.

Nun bist du Hauptsponsor der GAK Amateure, wie ist es dazu gekommen? 
Eigentlich war es Andi Gutmann (Werbetechnik & Creation Gutmann), der mich darauf angesprochen hat. Er hat für mein Unternehmen werbetechnisch viel gemacht und ist auch beim GAK stark engagiert. Mit dem Sponsoring bin ich dann in der Oberliga eingestiegen und habe Jahr für Jahr ein „Schäuferl“ nachgelegt.  
Nach dem Aufstieg in die 2. Liga habe ich mir dann gedacht, dass es sinnvoll ist, die zweite Mannschaft des GAK zu fördern und so bin ich seit letztem Sommer Hauptsponsor der GAK Amateure. Wichtig ist, dass die GAK Amateure so schnell wie möglich den Sprung in die Regionalliga schaffen, wo sie auch hingehören. 

Warum tut man sich das an? 
Eine wirklich gute Frage (zögert). Wegen der Werbung mache ich das sicher nicht. Da gäbe es wirksamere Werbemaßnahmen. Es ist ganz einfach die Liebe zum Verein. Wenn man sieht, was da in den letzten Jahren aufgebaut wurde und wie vernünftig nach dem Neustart gearbeitet wurde, investiert man gerne sein Geld in den GAKNicht zu vergessen, die vielen Ehrenamtlichen, die das ermöglicht haben.

Dürfen sich die GAK-Fans auf ein längeres finanzielles Engagement freuen? 
Ich glaube schon, dass ich weitermachen werde. Der laufende Vertrag endet nach der kommenden Saison, den ich sicher erfüllen werde. Wenn kein totaler Finanzcrash kommt, möchte ich den GAK auch darüber hinaus weiterhin finanziell unterstützen.

Dürfen wir dich, wenn dann hoffentlich bald wieder gespielt wird, auch einmal bei einem Heimspiel der GAK Amateure begrüßen? 
Sicher, ich freu mich drauf! 

Was wolltest du immer schon einmal den GAK-Fans ausrichten? 
Interessant ist der Umstand, wie schwierig es ist, die vielen GAK-Fans, die es ja ohne Zweifel gibt, ins Stadion zu bekommen. Es gibt nichts besseres, als ein Spiel im Stadion live zu erleben. Wir unterstützen damit auch unseren GAK. Die Atmosphäre kann keine TV-Übertragung vermitteln. Also liebe GAK-Fans – kommt ins Stadion und unterstützt unseren GAK!

Vielen Dank für Deine Zeit! 
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