Unser „Urgestein“ Lukas Graf verlässt den GAK und wechselt zum Regionalligisten SV Gloggnitz. Keine Abschiedsstory, sondern eine Hommage.
Was soll man, was kann man, was darf man und was MUSS man als GAK-Fan über Lukas Graf sagen? Probieren wir es einmal so: Im Jahr 2002 wurde von GAK-Fans anlässlich des 100-jährigen Bestehens unseres Vereines ein Jahrhundertteam gewählt. Im Jahr 2102 wird vielleicht wieder eines gewählt. Und da wird, nein, da MUSS!, Lukas Graf dabei sein.
Das sagt schon alles, aber ist noch immer viel zu wenig. Was der „Luki“ in den zehn Jahren, die er unser Trikot trug, getan hat, sprengt eigentlich das Ausdrückbare. Gekommen ist er 2016, vor Beginn der Oberligasaison. Der Autor dieser Zeilen war Lukas damals familiär verbunden – und konnte es kaum fassen, dass der wohl größte Wunsch, den man als nur mäßig begabter Kicker, der niemals für den GAK auflaufen hätte können, Realität wird: Du hast einen GAK-Kicker in deiner Familie!
Und wie der „Luki“ da war! Schon bei den ersten Testspielen war klar: Da ist ein Macher, ein Leader, einer, der sich reinhaut. Und einer, der in der Kabine ganz wichtig sein wird.
Und all das blieb er, der „Bua“ aus Thörl, dessen Träume von der Profikarriere in jungen Jahren durch eine lange, hartnäckige Verletzung geplatzt schienen. Der schon als Teenager bei der KSV in der 2. Liga debütierte und dann doch brutal zurückgeworfen wurde. Sein Heimatverein, und der seines Vaters, fingen ihn auf.
Und wie! In der Saison 2015/16 – in der auch ich mich erstmals von den Qualitäten von Lukas Graf überzeugen konnte, - beobachtete Klaus Schmidt im Auftrag von Gernot Plassnegger Lukas. Der Rest ist Geschichte – eine unglaublich schöne Geschichte.
Meister in der Oberliga, in der Landesliga, in der Regionalliga, in der 2. Liga. Und damit Profi! Der Traum wurde wahr. Und dann auch noch Aufstieg in die Bundesliga! Und so viele Geschichten auf diesem Weg! Die schönste ist wohl die, wie er seine Eltern und alle anderen, die ihn lieben, mit so viel Stolz erfüllt hat. Papa und Mama – und das hat er oft erzählt – haben immer alles dafür getan, dass der „Luki“ kicken kann. Von den frühesten Kindesbeinen an waren sie da, haben ihren Buben unterstützt.
Wenn man das Privileg hatte, ihnen immer wieder in diesen zehn Jahren in die Augen schauen zu können, sie mitfiebern zu sehen, dann weiß man, wie stolz sie waren. Und sind.
Und all die anderen Geschichten: Die „Bromance“ mit Marko Heil, die Wochen als „Maskenmann“, die Besuche deiner Thörler Freunde, die Tore, der bedingungslose Einsatz, die Bescheidenheit, die Nahbarkeit zu uns Fans. Es gibt so viel mehr, was man über Lukas Graf noch sagen muss. Ich darf es noch ganz persönlich sagen:
„Du hast mir einmal versprochen, dass du den GAK nie verlassen wirst. Auch wenn du jetzt gehst, bist du nicht wortbrüchig geworden. Denn du wirst immer einer von uns sein, wirst immer Teil der GAK-Familie sein. Mehr noch: Du bist und bleibst eines ihrer Oberhäupter! Es war und bleibt das Privileg meines Lebens als GAK-Fan, dich für uns spielen zu sehen!“
Es gibt nur sehr wenige Kicker, die seit dem Neustart des GAK 1902 die Ehre hatten, von unserer Kurve als „Einer von uns“ gefeiert und verabschiedet zu werden.
Jetzt ist die Zeit, einen neuen Gesang erklingen zu lassen: „Der Eine von uns“! Danke für Alles – und noch viel mehr. Und ja: Du und wir, wir sind und bleiben eines. Für immer. Nämlich:
WE ARE GAK!
Mit diesen Worten verabschiedet sich Lukas Graf: „Hallo liebe GAK-Familie! Nach zehn wunderschönen Jahren mit euch werde ich den Verein leider verlassen. Ich habe in dieser Zeit so viele wunderbare Menschen kennenlernen dürfen und viele neue Freundschaften geknüpft. Wir alle können richtig stolz sein, was wir bis jetzt erreicht haben, ich bin es auf jeden Fall! Danke an alle, die mich auf dem Weg in die Bundesliga unterstützt haben. Danke an die Fans, die uns immer unterstützt haben. Danke an die ehrenamtlichen Mitglieder, Arbeiter und Unterstützer, die den Verein von null wieder aufgebaut haben, ohne euch wäre das alles niemals möglich gewesen. Und ein ganz besonderer Dank geht an meine Familie, die mich auch in den schwierigsten Zeiten immer mental unterstützt hat, ich liebe euch! Danke für alles, lieber GAK. Wir sehen uns im Stadion. Und falls mich jemand sucht: Ich steh in der Kurve. Euer Grafi."
Auch Sportdirektor Tino Wawra zeigt große Wertschätzung: „An erster Stelle möchte ich Lukas ein großes Dankeschön aussprechen. Er war über all die Jahre ein absoluter Leader mit echter GAK-DNA und hat dabei seine eigene Person nie über den Verein gestellt. Wir hätten ihn gerne in einer anderen Funktion länger an den GAK gebunden. Lukas hat sich jedoch dazu entschieden, weiterhin auf einem hohen Niveau Fußball zu spielen, und diese Entscheidung ist für uns absolut nachvollziehbar. Nach all den gemeinsamen Jahren fällt der Abschied natürlich nicht leicht. Lukas wird dem Verein auch als Fan verbunden bleiben und für ihn werden die Türen beim GAK immer offenstehen."
Ein Urgestein wie Lukas gehört gebührend verabschiedet. Deshalb werden wir unseren Grafi spätestens bei einem Heimspiel der kommenden Saison ins Stadion einladen, um ihm gemeinsam mit euch Fans den Abschied zu bereiten, den er sich nach zehn Jahren mehr als verdient hat.