Groß die Vorfreude auf die Begegnung am Tivoli, fünf Fan-Busse aus Graz waren angereist. Falls jemand die Augen in der ersten Hälfte geschlossen hielt, so dachte er sicher, der GAK habe ein Heimspiel. Es waren nur die Grazer Anhänger zu hören.

Und man hätte die Augen in dieser Halbzeit wirklich nur selten öffnen müssen, so wenig passierte am Innsbrucker Rasen. Am ehesten war Rosenberger in den ersten Minuten auffällig, dann gab es in der 11. Minute Gelb für Perchtold. In den ersten 30 Minuten ging es hin und her ohne große Torchance. In Minute 33 eine Großchance für Hackinger nach Vorarbeit von Barbosa und in Minute 44 eine gute Gelegenheit für Schellnegger nach Vorarbeit von Nutz. Mit 0:0 ging es in die Kabinen. Alles offen also, die 3.721 Zuseher waren gespannt, wie dieses enge Match weitergehen würde.

Nach der Pause kam Yildirim bei Innsbruck, den Gantschnig sicher noch in Erinnerung behalten wird. In der 46. und 47. Minute war es der GAK, der die Führung anstrebte. Doch es kam anders. In der 49. Minute erzielt Markus Wallner das 1:0 für Wacker nach einem schönen Pass, den die GAK Abwehr kollektiv verschläft. Die Grazer drücken nun auf den Ausgleich, viel gelingt aber nicht. Und dann macht in der 56. Minute nach einem Eckball Lukas Hupfauf das 2:0. Unser sonst so sicherer Rückhalt Patrick Haider hatte in dieser Szene leider nicht besonders gut ausgesehen. Drei Minuten später wieder eine Chance für Wacker, die Hintermannschaft des GAK wackelt in dieser Phase gehörig.

In der 60. Minute kommt Alexander Kogler statt Rosenberger und der Ex-Innsbrucker macht ordentlich Dampf. Wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung hat er eine große Chance, der Wacker-Goalie klärt aber. In der 61. Minute klatscht ein Schuss von Perchtold an die Stange. Jetzt kommen die entscheidenden Minuten, doch die Grazer wirken nicht so, als wollten sie an diesem Nachmittag unbedingt gewinnen – wenn man von Kogler absieht, der weiter Druck macht. In Minute 74 holt sich der junge Innsbrucker Conté nach einem Foul an Kogler Gelb ab. Unmittelbar danach kommt Rother statt Hackinger. Zwei bis drei kleinere Chancen haben die Grazer noch, aber die zählbaren Erfolge bleiben aus. In der 88. Minute kommen sich Yildirim und Gantschnig in die Haare, es gibt für beide Gelb. In der Nachspielzeit passiert nichts mehr. Der GAK verliert sein zweites Spiel in der Liga, zu Recht muss man sagen. Spielerisch war nicht viel Unterschied zu sehen, aber das Aufbäumen nach den Gegentreffern war deutlich zu wenig. Die nächste Chance, Wacker zu schlagen gibt es im Cup und das nächste Heimspiel zuvor gegen die Klagenfurter.

Wolfgang Kühnelt